Silvester

Geräusch/ Silvesterangst bei Haustieren

Das Silvesterfeuerwerk stellt in vieler Hinsicht eine besondere Herausforderung für das Nervenkostüm von Tieren da. Die Geräusche des Feuerwerks treten aus Sicht der Tiere unberechenbar auf und sind nicht nur extrem laut, sondern gehen auch eventuell zusätzlich mit beängstigendem Brandgeruch und Lichtblitzen einher. Der Hund /die Katze findet keine Lösung und spürt den Kontrollverlust.

Hier finden Sie konkrete Informationen rund um das Thema Geräusch- und Silvesterangst bei Haustieren.

Eine Horrorgeschichte

Eine #Horrorgeschichte: Es ist der 31.12. irgendein Jahr, 24:00 Uhr und Sie möchten sich gern das Feuerwerk mit Ihrem Hund/ Ihrer Katze zusammen ansehen. Sie nehmen ihren Liebling auf den Arm, damit er sich sicher fühlen kann, halten ihn ganz Fest und trösten ihn. Als er zu zappeln beginnt schenken sie ihm Aufmerksamkeit und drücken ihn noch fester an sich. Sie erklären ihm, das alles nicht so schlimm ist. Damit er das auch merkt, gehen sie noch ein Stück näher an die Abschussstelle der Silversterböller und zeigen ihm, wie schön die Lichter sind. Nun hat er leider Pipi auf ihre schöne Bluse gemacht außerdem stinkt er nun plötzlich nach faulen Eiern. Sie sagen „Pfui Böse!“, denn auf dem Arm sollte er wissen, dass er kein Häufchen machen darf. Nach 10 Minuten ist das Silvesterereigniss vorbei alle gehen wieder rein. Ihr Hund/ Ihre Katze setzt sich unters Sofa und ist nun ganz brav und keiner bemerkt mehr das ein Tier im Raum ist. Sie denken sich – geht doch! – Er wird schon lernen das Silvester nichts Schlimmes ist, das weiß doch jedes Kind…
—FÜR DEN FALL DAS SIE JEMAND KENNEN, DER UNBEDINGT WISSEN SOLLTE, WAS AN DIESER GESCHICHTE ALLES NICHT SO OPTIMAL IST, WÄRE EIN SILVESTERANGST TRAININGSGUTSCHEIN GUT!—

Wichtige Maßnahmen für Silvester:

Am sinnvollsten ist es, wenn Sie Zeit zum trainieren haben. Starten Sie ihr Training bitte spätestens Mitte des Jahres. Denn manche Trainingsschritte (Desensibilisierung, konditionierte Entspannung, sicherer Rückzugsort …) brauchen mehrere Wochen. Ist die Zeit zu kurz, oder hat ihr Tier eine ausgeprägte Silvesterangst, müssen Sie kurzfristig das beste aus der Situation machen (siehe Kurzanleitung am Silvesterabend). Im nächsten Jahr jedoch, sollten Sie schon im Sommer mit der Verhaltenstherapie beginnen.

Wie verhält man sich in richtig in Situationen die dem Tier Angst machen?

  • Haben Sie selbst eine entspannte Körperhaltung (keine Drohgesten)
  • Tragen sie Ihr Tier sicher (nicht in unnatürlichen Positionen festhalten)
  • Massieren Sie an Stellen die Ihr Tier mag (in entspannten Situationen herausfinden)
  • Erkennen Sie was dem Tier wirklich gut tut ( Körpersprache des Tieres beachten)

Darf man Trösten ?

Da gibt es mittlerweile unterschiedliche Ansichten. Der Versuch, dem ängstlichen Tier durch gutes Zureden oder Streicheln Trost zu spenden, verschlimmert manchmal das Problem nur noch weiter. Dem Tier wird so ungewollt übermittelt: Rumzappeln = Streicheln. Das hat zur Folge, dass die Tiere noch mehr ungewollte Reaktionen zeigen. Die Zuwendung in diesem Moment kann aber andererseits auch dem Tier Helfen die schlimmen Momente zu überstehen. Es gilt beobachten Sie ihr Tier!
1.Bsp.: Ihr Hund/Ihre Katze erschrickt durch einen Knall und empfindet Ihre körperliche Nähe als etwas Angenehmes. Dann bieten Sie es ihm an. Dies wird die Angst schwächen.
2.Bsp.: Ihr Hund/ Ihre Katze hat an Silvester Angst und möchte unter dem Sofa liegen, doch Sie holen das Tier gegen seinen Willen dort heraus und drücken es an sich. Dies würde seine Angst noch verstärken!

Training – einige Monate/ Wochen vor Silvester

  • Registrieren Sie Ihr Tier bei Tasso mit Ihrer aktuellen Telefonnummer
  • Nutzen sie einen GPS Tracker für ängstliche Tiere
  • Trainieren sie einen Ruheraum. Das beginnt so:  Füttern Sie die nächsten Wochen in diesem Raum. Legen sie dort auch zu unterschiedlichen Tageszeiten immer mal wieder eine kleine Ruhepause ein.
  • Ängste sind verschiedener Herkunft und unterschiedlicher Intensität, deswegen wird gesamte verhaltenstherapeutische Therapieplan für jedes Mensch-Tier-Team individuell zusammengestellt. Wenden Sie sich hierzu an einen erfahrenen verhaltenstherapeutisch geschulten Tierarzt.

Training – einige Tage  vor Silvester

  • Nervöse Hunde nicht mehr frei, sondern gesichert an der 2-10m Leine beim gesamten Spaziergang. Zusätzlich bei unsicheren bis panischen Hunden Doppelt sichern durch ein Sicherheits-Geschirr UND Halsband am Hund. Die Führleine wird am Geschirr, die Zweitleine am Halsband befestigt.
  • Feuerwerkstellen wenn möglich ausweichen und Knaller vom Hund fernhalten.
  • Gasthunde nur einladen, wenn es echte Freunde sind die selbst keine Angst haben.
  • Animieren Sie Ihr Tier dazu, selbst laut zu spielen, denn selbsterzeugte Geräusche lösen in aller Regel keine Ängste aus.
  • Einige Wochen vor Silvester einen Ruheraum einrichten. Der ausgewählte Platz muss unbedingt Geräuscharm sein, evtl. ohne Fenster, und der Hund /die Katze soll ihn gerne betreten. Zum Beispiel kann das ein warmes Plätzchen im Keller sein. Äußern sich die Ängste in Zerstörungswut ist eine Kennelbox in diesem Raum ratsam. An diesem Platz sollten vom ersten Trainingstag an alle Dinge sein, die dem Tier wirklich wichtig sind (Liegedecke, Spielzeug, Kuscheltuch, Wasser, Futter …).

Kurzanleitung -am Silvesterabend

  • Ab dem Silvestermorgen ein  Thundershirt oder eine Karmawrap anlegen. Das ist eine Art Stretchmantel, der sich um den Hundekörper legt und leichten Druck auf die Körperoberfläche ausgeübt wird. Richtig durchgeführt kann das kann Entspannung auslösen.
  • Das Hauptgassi vormittags durchführen.
  • Letzte Gassirunde vor 21:00 Uhr
  • Fenster und Türen verschließen, wenn möglich Jalousien herunterlassen und/oder Vorhänge zuziehen
  • Vor dem Öffnen einer Wohnungstüre erst en Hund sichern.
  • Als Mensch Ruhe ausstrahlen, damit diese Stimmung auf das Tier übergeht
  • Vertraute Geräusche wie Fernsehgeräusche etwas lauter stellen wie sonst
  • Beschäftigung mit Dingen die entspannt und schläfrig machen ( Kauartikel, Suchspiele, Denkaufgaben)
  • Lieblingsplätze (Flucht- und Rückzugsorte) müssen leicht zugänglich und jederzeit erreichbar sein.
  • Ruheraum nutzen,  wenn er trainiert wurde.  An Silvester sollte man den Hund/die Katze schon frühzeitig an diesen Ort bringen – nicht erst dann wenn schon geschossen wird. Am besten am 31.12. morgens oder Frühnachmittags einen ausgedehnten Spaziergang machen um dann abends nur noch das unbedingt nötigste im Freien erledigen zu müssen.
  • Je nach Situation kann es sinnvoll sein, z. B. dem Hund die Möglichkeit zu geben, sich in ein besucherfreies Zimmer zurückzuziehen,
  • Mit dem Hund im Auto auf die Autobahn fahren
  • Sich am Flughafen aufhalten.
  • Achtung! Wenn Ihr Tier das Alleine sein nicht gewöhnt ist, können Sie das an Silvester nicht fordern. SIE gehören dann mit zu den wichtigen beruhigenden Dingen.Der Tag nach Silvester
  • NOTFALLPLAN: Animieren Sie Ihr Tier dazu, selbst laut zu spielen, denn selbst erzeugte Geräusche lösen in aller Regel keine Ängste aus.
  • Souveräne Tiere als Begleitung wählen

Der Tag nach Silvester

  • Achtung! an den Tagen nach dem Feuerwerk wird oft noch nachgefeuert, bitte auch hier die Vorgqaaben beachten die für die Tage vor dem Jahreswechsel gelten.
  • Es liegen oft  noch überall die Hülsen der Feuerwerkskörper rum und bieten eine Steilvorlage für die Unratfresser.

 Medikamente

Lassen sie sich von einem Spezialisten Beraten, es gibt kein Allgemein Rezept, denn jeder Hund/jede Katze  hat andere Ängste und dafür benötigt man spezielle Managementpläne. Je nach Ausprägung der Symptome und der Intensität der Knallerei an Ihrem Aufenthaltsort können naturheilkundliche Medikamente oder schulmedizinische Angstlöser eingesetzt werden.  Nur eines ist sicher: NICHT!!!!!!  Acepromazin (z.B. Sedalin oder Vetranquil) – das macht lediglich eine Lähmung und Geräuschempfindlichkeit.