Hundekauf

ICH WILL EINEN HUND!

“Ein Hundeleben dauert 10-16 Jahre -länger als manche Ehe.”

Sachkundige Beratung in diesem Auswahlprozess ist wichtig! Entscheiden Sie sich erst nach einer eingehenden Prüfung von Rasse/Mischung, Züchter und Umfeld. So können Sie und ihr zukünftiges Tier sorgenfrei zusammenleben.

Sie möchten nicht weiterlesen, sondern lieber eine Beratung? Kein Problem! Vereinbaren sie einen Termin (ca. 60 Minuten) für ein gemeinsames Coaching zum perfekten Hund.

Was darf es denn sein?

Schreiben Sie mal mit der gesamten Familie auf, welche Rassen Sie toll finden. Einfach alles, was Ihnen einfällt.

RASSEN:_______________________________________________________________

Wussten sie…

Huskies sind Jagdhunde

Labradore sind manchmal hyperaktiv

Dalmatiner sind manchmal taub

Neufundländer haben Schwimmflossen an den Pfoten

Berner Sennenhunde sind eigentlich Herdenschutzhunde

Australian Shepherds sind Kuhhütehunde

Deutsche Doggen leben manchmal nur einige Jahre

Die Farben Blau, Merle oder Charcoal sind nicht nur Farben sondern kennzeichnen manchmal auch einen Gendefekt der taub, blind, haarlos und medikamentenempfindlich machen kann

Möpse, Französische Bulldoggen und andere kurznasige Rassen haben viele Gesundheitsprobleme von Geburt an. Sie können leider nicht richtig Atmen (Was wir alle ja gerade auch mit den Maskenpflichten nachempfinden können…)  Diese Rassen müssen Routinemäßig operiert werden um den Hunden ein Leben zu ermöglichen. Sie gelten in manchen Ländern bereits als Qualzucht da die Züchter bewusst in Kauf nehmen, das der Hund nicht frei Atmen kann.

Ein anderer Vorschlag…

Machen Sie sich zuerst Gedanken darüber, was denn der Hund alles für Eigenschaften haben soll und dann entscheiden Sie sich für eine Rasse. Also nochmal die Familie zusammenrufen. Nun schreibt jeder auf, was der Hund für Eigenschaften haben soll.

EIGENSCHAFTEN: _________________________________________________________________

Noch mehr zu bedenken?!

Ich gehe davon aus, dass Sie genügend Raum zur Verfügung haben, sowie das nötige Kleingeld, um einen Hund zu finanzieren (ab 100.-€ im Monat). Stellen Sie sich den Hund in Ihrem Wohnzimmer vor. Hat er lange Haare? Dann stellen Sie sich die Haare gleich mal auf dem Sofa, unter dem Bett und auf dem Teppich vor. Und, soll er immer noch lange Haare haben? Ja? Nun dann müssen Sie auch die Zeit für die Fellpflege einkalkulieren. Die Pflege eines langhaarigen Hundes ist intensiv. Etwa 2-3 mal die Woche müssen Sie das Fell bürsten, damit es nicht verfilzt und der Hund an Hautproblemen leidet. Kurzhaarige Hunde sind zwar sehr pflegeleicht, das kurze Haar hat aber den Nachteil, dass es sich ins Sofa bohrt und sich nicht so leicht wegsaugen lässt. Rauhaarige Hunde wie manche Terrier müssen getrimmt werden, das macht der Hundefrisör.  Informieren Sie sich über die Pflegebedürfnisse der Rasse Ihrer Wahl.

Nun, wie groß soll er denn sein? Für manche beginnt ein Hund erst ab einer Schulterhöhe (gemessen an der höchsten Stelle der Schulterblätter) von 60 cm. Groß ist ja schön und gut, aber so ein Hund braucht auch entsprechend Platz in der Wohnung. Oder soll er in einem Außengehege (Zwinger) leben? Dann bitte schnell die Tierschutzhaltungsverordnung downloaden und ausmessen, ob das Außengehege groß genug ist. Bemerken möchte ich hier aber, dass sich auch große Hunde wie Dt. Doggen in Wohnungen wohlfühlen können, vorausgesetzt sie haben tagsüber genügend Auslauf. Unabhängig von der Gehegegröße  muss beachtet werden, wenn kurzhaarige Hunde im Außenbereich gehalten werden sollen, dass für genügend Kälteschutz gesorgt wird (Isolierte Hütten, Trockene Wärmende Liegeunterlagen, beheizbare Räume…).

Bitte denken Sie nicht, wenn Sie einen kleinen Hund kaufen, können Sie sich die Spaziergänge oder gar die Ausbildung ersparen. Kleine Hunde sind nicht weniger Wolf als ihre großen Kollegen! Wenn Sie also Ihren „Kleinen“ einfach Hund sein lassen, ohne Training, kann es sein, dass er sich zu einem Tyrannen entwickelt. Der hält dann nicht nur die Familie auf Trab, sondern bringt sich auch selbst in Gefahr. Kläfft er nämlich andere Hunde an, bettelt er geradezu um eine Abreibung, bei der der Kleinere meist den Kürzeren zieht. Verletzungen entstehen nicht, weil große Hunde aggressiver sind, sondern weil die Größenunterschiede zu massiv sind.

Wie lange Sie mit Ihrem Hund spazieren gehen müssen oder können, hängt auch nicht von der Größe, sondern vom Temperament ab. Ein Bernhardiner bspw. braucht und kann auch nicht so lange laufen, wie ein kleiner Jagdterrier.

Nun das Wichtigste, der Charakter! Brav, kinderlieb, folgsam, klug und wer weiß was er alles sein soll. Das können Sie alles haben, wenn Sie die richtige Rasse/Mischung wählen, den passenden Welpen im Wurf und Ihren Hund richtig erziehen. Wenn Sie jedoch nur Aufgrund der Rassenbeschreibung erwarten, dass Ihr Hund dem entspricht, was Sie sich wünschen, wird es spannend. Auch Hunde gleicher Rassen unterscheiden sich in ihren ganz persönlichen Eigenheiten. Teils angeboren, teils erlebte und verarbeitete Dinge, machen den speziellen Charakter aus. Der oft benutzte Satz „Diese Rasse ist schwer auszubilden.“ ist genauso Unfug, wie „Die sind ganz Kinderlieb!“. Ein Bekannter erzählte mir einmal, dass er eigentlich nur deswegen einen Golden Retriever gekauft hat, weil die „wie Jeder weiß“ so kinderlieb und verschmust seien. Dazu noch eine Hündin, weil diese ja „allgemein bekannt“ viel friedlicher als Rüden sind. Das Ende (oder vielmehr der Anfang) war, dass die kleine Sisi schon mit 6 Monaten die ganze Familie angeknurrt hat und alles andere als verschmust war.

Natürlich ist es mit gewissen Grenzen möglich eine Rasse grob einzuschätzen. Klar ist, dass ein Hund aus der Jagdhundsparte mehr Passion zur Jagd hat, als ein Gesellschaftshund. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Border Collie nicht wildert oder ein Dt. Drahthaar nie ohne Leine im Wald laufen kann. Man könnte sagen, dass je nach Ursprungszuchtziel der Rasse, bestimmte Verhaltensweisen eher auftreten werden. Wichtig ist hier zu selektieren, ob der ausgewählte Züchter eher ruhigere Showlinien oder temperamentvolle Arbeitslinien züchtet. Ach ja, das bspw. ein Erdjagdhund (=Dackel) gerne gräbt sollte man wissen, wenn man einen japanischen Garten Zuhause hat…

Spezielle Rassekrankheiten gibt es bei fast jeder Rasse. Ein Beispiel solcher rassespezifischen Dispositionen ist die Hüftgelenksdysplasie oder die Neigung zu Allergien. Man sollte darauf achten, dass die Elterntiere gesund sind und die Zuchten evtl. sogar von einem Zuchtverband kontrolliert werden. Um das zu prüfen, genügt ein Blick in den Stammbaum, den man sich ohne weiteres zeigen lassen kann. Dort sind solche Untersuchungen vermerkt.

Ich will doch gar keinen Rassehund! Ja ja, die Mischlinge sind ja so gesund und vor allem so lieb und überhaupt hat man noch nie von einem Mischling gehört, der einen Menschen angefallen hat. Tut mir leid, diese Illusion muss ich zerstören. Mischlinge sind mit denselben Krankheiten behaftet, wie eben die Rassehunde aus denen Sie entstehen (siehe Hüftgelenkdysplasie), nur kann man meist nicht die Gesundheit der Eltern  überprüfen. Auch der Charakter ist nicht immer gleich, sondern eher noch schwieriger vorauszusagen, als man  das, bei Rassehunden kann. Wem aber dieses Abenteuer gefällt- nicht zu wissen auf was er sich einlässt- dem sei gesagt, dass ein Mischling keineswegs ein Hund zweiter Klasse ist sondern eigentlich die häufigste „Rasse“ auf der ganzen Welt.

Rüde oder Hündin?

Nun wäre da noch das Geschlechterproblem Rüde oder Hündin? Generell ist es so, dass Rüden meist etwas größer und schwerer als Hündinnen werden, dass heißt auch sie haben etwas mehr Kraft als die Mädels. Hündinnen werden 1-2 mal im Jahr läufig (Das heißt, dass 2 mal jährlich ca.4 Wochen die Hündin attraktiv für andere Rüden ist). Rüden dagegen markieren gerne ihre Umgebung und sind tendenziell auch eher zu Rangeleien bereit.

Welpe oder erwachsen?

Kurz gesagt: Je jünger der Hund, desto leichter ist er formbar. Wie die verschiedenen Phasen des Erwachsenwerdens beim Welpen, so gibt es auch gute und weniger geeignete Momente sich einen Hund zu holen. Zwischen 8-12 Wochen ist eigentlich der beste Zeitpunkt einen Welpen zu holen, denn da ist die Bereitschaft für neue Sozialkontakte sehr hoch.

Vorteile beim Erwachsenen Hund sind , dass er schon vieles kann, wenn er aus guter Hand kommt. Bereits Stubenrein, erzogen und kann auch schon alleine bleiben. In vielen Fällen sind jedoch erwachsene Hunde mit typischen “Hundeproblemchen” ausgestattet und diese wieder geradezubiegen ist schwierig. Wichtig ist, genau zu prüfen, wie und wo der Hund gelebt und was er alles gelernt hat. Ein Hund, der vielleicht schon mehrfach den Besitzer gewechselt hat, oder evtl. schon längere Zeit in einem Tierheim sitzt, könnte sich Dinge angewöhnt haben, die man erst wieder Löschen muss.

Wie Ihre anderen Haustiere auf den Neuankömmling reagieren könnten, sollten Sie auch bedenken. Andere Hunde oder Katzen sind da noch eine relativ harmlose Sache. Schwieriger wird es bei Kaninchen und Mäusen… Wenn diese auch noch frei laufen dürfen, müssen Sie ein Auge auf das Kennenlernspielchen werfen, sonst kann das unter Umständen tödlich ausgehen. Was aber nicht heißen soll, dass ein Hund nicht mit allerlei Getier unter einem Dach hausen kann, nur sollte man sich nicht zu sorglos einen Jagdhund anschaffen.

Ein Hund aus dem Tierschutz?

Wenn Sie einem Hund der in einer Auffangstation gelandet ist helfen möchten, gibt es einiges zu beachten. Zuallererst in ihrem Mindset: Ein Hund aus dem Tierheim ist nicht Dankbar, sondern wäre evtl. viel lieber an seinem Strandabschnitt geblieben. Dennoch ist es gut das es Organisationen gibt die sanfte Säuberungsaktionen durchführen bevor die Gemeine zu drastischen Maßnahmen greift. Dennoch müssen sie bei der Auswahl der Tierschutzorganisation auf einiges Achten.  Eine gute Organisation sorgt dafür, dass der Hund kastriert, geimpft, gechippt und registriert wird. Wichtig ist im Vorfeld eine umfassende  Vorkontrolle seitens der Vermittler bei der Sie aufgeklärt werden und gemeinsam besprochen wird, ob der Hund wirklich in die Familie passt. Dann sollte eine transparente Aufklärung über alle Krankheiten, Nachuntersuchungen, Medikamentengaben des ausgewählten Hundes am besten schriftlich vorliegen.  Die Charakterbeurteilung sollte von einem Fachmann durchgeführt worden sein. Fehlende Sozialkompetenz sollte angesprochen werden sofern vorhanden. Der Hund sollte mit aussagekräftigen Worten beschrieben worden sein. Also NICHT durch emotional geprägte Interpretationen wie  “Der arme Hasso ist total süß, aber gerade so einsam weil er seine Mutti vermisst. Deswegen ist er traurig und mag nicht fressen oder spielen. wir glauben daran das diese Mischung mal Kinderlieb ist und keine Katzen jagen wird…” beschrieben werden.  Am Ende der Vermittlung steht bei einer Guten Organisation eine kompetente Unterstützung bei dem weiteren Training.

MINICHECKLISTE  JA/NEIN TIERSCHUTZHUND

JA? Sie sind ambitionierter Anfänger oder Tierhalterprofi? Sie haben Zeit zum Training des Hundes? Dann retten Sie einen der Pechvögel in den Tierheimen im In- oder Ausland.  Ich kann ihnen Sagen, es ist ein besonderes Geschenk! Sie werden in der gemeinsamen Zeit und während dem Training viel über sich und über Hunde lernen!

NEIN? Sie haben nur wenig Zeit und eher wenig wissen über Hunde? Sie möchten sich auch nicht zu sehr damit befassen wie man Hunden die schon schlechte Erfahrungen gemacht haben Dinge erklärt? Haben Sie nur bedingt einen Plan B, wenn ihr Hund lange nicht Stubenrein ist oder sich nicht so gut mit anderen Hunden/Menschen versteht? Sie haben keine Lust auf eine Gemeinschaft mir Kompromissen? Dann lieber einen Mischling oder Rassehund aus nachvollziehbaren Quellen. (also wenn ihnen die Elterntiere wirklich bekannt sind und sich die Züchter viele Gedanken zu der Verbindung gemacht haben. Siehe “Wie finde ich einen guten Züchter?”  weiter unten)

LIEBER  NICHT!  Sie möchten das der Hund immer perfekt funktioniert? Sie haben bei der Auswahl des Hundes eher Farbe und Muskeln beachtet? Sie können sich nicht vorstellen, wegen dem Hund Kompromisse einzugehen und bspw.  an Silvester Zuhause zu bleiben, weil ihr Hund panische Angst vor Geräuschen hat? Dann sollten sie sich lieber gar keinen Hund anschaffen oder eine Beratung zum Hundekauf bei einem Fachmann in Anspruch nehmen.

Rasse gefunden? Nun wird es richtig Spannend!

Haben Sie sich nun für eine Rasse entschieden, sollten Sie sich kundig machen. Versuchen Sie nicht zu einem bestimmten Termin einen Hund zu erhalten. Suchen Sie sich zuerst einen guten Züchter und erkundigen Sie sich, wann der nächste Wurf kommt. Ein guter Züchter ist nicht derjenige, der jedes Jahr 5 Würfe hat, sondern der, bei dem relativ selten Welpen da sind und er sich mit jedem Wurf intensiv beschäftigt.

Wie finde ich einen guten Züchter?

Gleich vorweg es gibt keine Hobbyzüchter , man ist ja auch nicht Hobbyschwanger. Jeder der eine trächtige Hündin besitzt, hat die selbe  Verantwortung  für die erste Lebensphase der ungeborenen Welpen und muss sich damit befassen/auskennen. EIn Eingetragener Züchter hat dafür Fortbildungen besucht, ein Unfallzüchter muss sich das selber aneignen.  Bei Gesprächen mit einem Züchter ist es hilfreich eine Liste zu haben mit Dingen, die man fragen kann um zu erfahren, wie gut der Züchter informiert ist. . Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn ihnen etwas unklar ist. Gute Züchter werden ihnen gerne Auskunft geben. Vermehrer kennen meist nicht alle Antworten auf ihre Fragen oder widersprechen sich bei verschiedenen Dingen.

Sind noch Welpen zu verkaufen? Haben Sie eine Auswahlmöglichkeit? Wie ein Welpe auszuwählen ist, werde ich bei etwas Zeit an anderer Stelle beschreiben, aber wenn nur noch einer übrig ist dann sollten sie sich nach seinem Verhalten erkundigen und warum ihn bis jetzt keiner wollte. Wenn sie freie Auswahl haben ist das meist schon etwas dubios, gute Züchter wählen selbst aus welcher Welpe zu den neuen Besitzern passt. Falls sie gefragt werden, welche Farbe sie gerne hätten sollten sie noch vorsichtiger werden, ein Wurf besteht nicht immer aus allen Farben.

Wann ist/war das Wurfdatum? Wann ist das Abgabedatum? Normale Abgabe mit 8 Wochen. Früher ist tierschutzwidrig und sehr ungünstig, wenn die Aufzucht nicht so optimal ist.

Was kostet ein Welpe? Innerhalb eines Zuchtclubs gibt es meist Regeln über den Preis. Informieren Sie sich vorher und wenn der vom Züchter genannte Preis stark abweicht, fragen Sie nach woran das liegt. Überteuerte Preise sollten Sie dem Verband melden. Bei günstigen Rassehunden sollten Sie vorsichtig sein, denn oft sind diese Hunde von Massenzüchtern/Händlern. Erhalten Sie jedoch einen Welpen mit „guten“ Papieren, günstiger sind meist rassespezifische Merkmale nicht genügend ausgeprägt (Farbverteilung, Zahnanzahl, Felllänge…) das ist kaum ein Problem, wenn Sie nicht Züchten wollen. Aber  Vorsicht !!! Einen günstigen, weil kranken Welpen ins Haus zu holen, ist eine große Verantwortung und eine evtl. Finanzielle Belastung, die Sie viele Jahre tragen müssen. Erkundigen sie sich bei einem Tierarzt vor  Ort wenn sie einen günstigen Welpen angeboten bekommen auf welche Erkrankungen sie achten müssen

Wie ist der Zwingername und der aktuelle Wurfbuchstabe? Jeder Züchter hat einen Zwingernamen und wandert mit seinen Würfen durchs Alphabet, manchmal haben Sie Glück und können den Namen Ihres Hundes Mitbestimmen. Kennt er den Buchstaben nicht, ist es ein Zeichen, das er eher (zu) viel Züchtet.

Sind noch andere Würfe da? Hat er viele Würfe gleichzeitig, sollte man nachfragen wie die Betreuung abläuft. Nur mit Füttern und saubermachen ist es nicht getan. Züchter, die mehrere Hunderassen züchten und womöglich noch mehrere Würfe zum gleichen Zeitpunkt betreuen, können eher nicht jedem einzelnen Welpen die benötigte Aufmerksamkeit widmen.

Was unternimmt der Züchter zum Sozialisieren der Welpen? Schauen sie sich vor dem Telefonat die Entwicklungsphasen eines Hundes an und informieren sie sich, was alles gemacht wurde oder noch getan werden sollte.

In welchem Verband ist der Züchter Mitglied? Wenn Sie die Züchteradresse nicht aus einer Welpenvermittlungsstelle haben, sollten Sie nachfragen und sich über diesen Verband informieren.

Haben die Elterntiere Titel errungen? Lassen Sie sich die Prüfungen nennen und achten Sie auf den Unterschied zwischen Leistungsprüfung oder Ausstellungsprüfung. Beachten Sie: Ein Hund, der aus bspw. einer reinen Jagdleistungszucht kommt, ist eine Herausforderung für einen Ersthundebesitzer, da er eine sehr hohe Veranlagung zum Jagen hat. Bei einer reinen Ausstellungszucht kann es sein, dass einige rassespezifischen Eigenschaften in den Hintergrund gedrängt werden. Aufgrund der individuellen Ausprägung der Veranlagungen, sollte darauf geachtet werden, dass ein Kuhhütehund, wie der Australian Shepherd, sich nicht gerade als Familienhund eignet.

Gibt es Referenzen der Elterntiere bez. Der Gesundheit? Informieren Sie sich vorab über rassespezifischen Erbkrankheiten und lassen Sie sich erklären, ob die Eltern untersucht wurden.

Wie ist der Charakter der Mutter? Klar, jeder Züchter ist begeistert von seiner Zuchthündin, aber versuchen Sie trotzdem zu vergleichen. Wie ist der Charakter des Vaters? Der Rüde wird meist etwas objektiver beschrieben. Beide Fragen sind gut um herauszuhören, auf was der Züchter Wert legt. Kann in die Ahnentafel der Eltern eingesehen werden? Das ist wichtig, wenn Sie Zweifel haben, ob es sich um einen seriösen Züchter handelt, denn zumindest die Papiere der Mutter müssen da sein.

Gibt es eine Möglichkeit die Welpen UND die Mutter zu sehen? Eigentlich die Wichtigste Frage! Viele Hundehändler sind nur Weiterverkäufer und haben die Mutter der Welpen nie gesehen.

Hat der Züchter noch fragen? Der verantwortungsvolle Züchter möchte auch von ihnen möglichst viel erfahren, z. B. warum Ihre Wahl auf diese Rasse gefallen ist, wie und in welcher Umgebung Sie leben, ob Sie über genügend Zeit und die nötigen Kenntnisse für die artgerechte Haltung eines Hundes verfügen… Er wird bestrebt sein, seine Welpen an möglichst “gute Plätze” abzugeben und zeigt auch Interesse an der Entwicklung “Ihres” Welpen.

Lassen Sie sich nicht drängen! Auch wenn nur noch ein Welpe übrig ist. Telefonisch ist vieles herauszufinden, aber auch Massenzüchter und Händler haben Ihre Tricks und wissen wie man am Telefon agieren muss.

DEINE CHECKLISTE

FRAGEN AN DICH: Habe ich…

  • Platz für die Bedürfnisse des Tieres
  • Zeit für die Pflege und das Training
  • Finanzielle Mittel für tiermedizinische Versorgung, auch bei Notfällen
  • Grundwissen zur Ernährung und Gesunderhaltung, Erste Hilfe beim Hund
  • Geduld und Bereitschaft zum Kennenlernen des Tieres beim Züchter

FRAGEN AN DEN VERKÄUFER:

  • Name, Adresse, Telefon, Homepage
  • Angebot an Rassen, Anzahl der Tiere
  • Mitgliedschaft im Zuchtverband
  • Schriftlicher Kaufvertrag
  • Verkauf am Unterbringungsort des Tieres
  • Unterbringung der Tiere
  • Vorabbesuch möglich um sich kennenzulernen

FRAGEN ÜBER DIE ELTERNTIERE:

  • Gesundheitsuntersuchungen, Zuchttauglichkeit
  • Status der Mischung oder -Rasse (Listenhund mit Auflagen, Qualzucht)
  • Bei Mischungen: Herkunft, Rasse
  • Gültige Papiere, Stammbaum , Ausbildungskennzeichen
  • Charakter der Eltern, Begründung warum diese Paarung gewählt wurde
  • Vorherige Besichtigung auch des Muttertieres möglich
  • Fotos, bei Welpen auch gemeinsam mit dem Muttertier

FRAGEN ZUM WELPEN:

  • Ist der Hund in Deutschland geboren ( Hunde dürfen nur mit gültiger Tollwutimpfung aus dem Ausland nach DE transportiert werden, dies ist frühestens mit 15 Wochen der Fall)
  • Aktueller Gesundheitszustand, Impfungen, Parasitenvorbeuge
  • Registrierung, Chip
  • EU Heimtierausweis (Andere Impfpässe sind nicht fälschungssicher)
  • Entwurmungspass (oder einen Plan welche Medikamente verwendet wurden und wann wieder entwurmt werden sollte)
  • Zu erwartende Größe des erwachsenen Tieres
  • Gültige Papiere, Stammbaum
  • Preis, Bezahlung, , Verkaufsort und -Umstände, ggf. Abgabegrund