Hundekauf — Die Qual der Hundewahl
     
Auswahl einer Rasse   Übersicht

Schön, Sie wollen einen Hund!

WUSSTEN SIE...
Basenjis bellen nicht
Huskies sind Jagdhunde
Labradore sind manchmal Hyperaktiv
Dalmatiner sind manchmal taub
Neufundländer haben Schwimmflossen an den Pfoten
Berner Sennenhunde sind manchmal aggressiv

Ein Vorschlag:, Machen sie sich zuerst Gedanken darüber was denn der Hund alles für Eigenschaften haben soll. Also gleich mal los, Ich gehe davon aus das Sie genügend Raum zur Verfügung haben sowie das nötige Kleingeld um einen Hund zu finanzieren (ca.100.-€ im Monat).

 

   
Als erstes schlage ich vor Sie stellen sich den Hund in Ihrem Wohnzimmer vor. Hat er lange Haare? Dann stellen Sie sich die Haare gleich mal an dem Sofa, unter dem Bett und auf dem Teppich vor. 
 
Und,  soll er immer noch lange Haare haben? Ja? Nun dann müssen Sie auch die Zeit zum Bürsten einkalkulieren. Die Pflege eines langhaarigen Hundes ist intensiv. So 2-3 mal die Woche müssen die das Fell bürsten, damit es nicht verfilzt und der Hund an Hautproblemen leidet. Kurzhaarige Hunde  sind zwar sehr pflegeleicht, das kurze Haar hat aber den Nachteil, das es sich ins Sofa bohrt und schlecht abzusaugen geht. Im Vergleich dazu  schneiden da die langhaarigen Hunde sehr gut ab, da dieses Fell als lose Flusen einfach weggekehrt oder –gesaugt werden kann! Informieren Sie sich über die Pflegebedürfnisse der Rasse Ihrer Wahl.

 

Je länger das Haarkleid desto aufwendiger die Fellpflege!
 
 
 

Nun, wie groß soll er denn sein? Für manche beginnt ein Hund erst ab einer Schulterhöhe (gemessen an der Höchsten stelle der Schulterblätter) von 60 cm. Ist ja schön und gut aber so ein Hund braucht auch entsprechend Platz in der Wohnung oder in einem Zwinger. Bemerken möchte ich aber hier, das Dt. Doggen sich auch in kleinen Wohnungen wohl fühlen  vorausgesetzt sie haben tagsüber genügend Auslauf. 
 
Bitte denken Sie nicht, wenn Sie einen kleinen Hund kaufen würden Sie sich die Spaziergänge oder die Ausbildung ersparen. Kleine Hunde sind nicht weniger Wolf als große Kollegen! Wenn Sie also Ihren „Kleinen“ einfach Hund sein lassen,  ohne Welpengruppe oder Ausbildung kann es sein er entwickelt sich zu einem Tyrann, der nicht nur die Familie in Trab hält, sondern auch sich selbst in Gefahr bringt. Kläfft er nämlich andere Hunde an, bettelt er geradezu um einem Rangkampf bei dem der kleinere ernsthaft verletzt werden kann, nicht weil große Hunde aggressiver sind, sondern weil  die Größenunterschiede zu krass sind.
 
Wie lang Sie mit Ihrem Hund spazieren gehen müssen oder können hängt auch nicht von der Größe sondern vom Temperament ab. Ein Bernhardiner  bspw. braucht und kann auch nicht so lange laufen wie ein kleiner Jagdterrier.
Ein großer Hund braucht viel Bewegung 
 
 
Nun das wichtigste der Charakter! Brav, kinderlieb, folgsam, klug und wer weiss was soll er sein. Das können Sie alles haben. Kein Problem wenn Sie Ihren Hund richtig erziehen. Wenn Sie jedoch nur Aufgrund der Rassenbeschreibung erwarten, das Ihr Hund dem entspricht, was Sie sich wünschen, werden Sie nicht glücklich. Auch Hunde gleicher Rassen unterscheiden sich in ihren ganz persönlichen Eigenheiten. Teils angeboren teils erlebte und verarbeitete Dinge machen den speziellen Charakter aus.
 
Ein Bekannter Erzählte mir einmal, das er eigentlich nur deswegen einen Golden Retriever gekauft hätte weil die so kinderlieb und verschmust seien. Dazu noch eine Hündin  weil die ja viel friedlicher als die Rüden sind. Das Ende (oder vielmehr der Anfang) war, das die kleine „Sisi“ schon mit 6 Monaten die ganze Familie angeknurrt hat und alles andere als verschmust war.Das oft benützte „Diese Rasse ist schwer auszubilden“ ist genauso Unfug wie „Die sind ganz Kinderlieb“.
 
Natürlich ist es in gewissen Grenzen möglich eine Rasse grob  einzuschätzen, klar ist, das ein Hund aus der Jagdhundsparte mehr Passion (So wird im Jägerlatein der Jagdtrieb genannt) hat als ein  Hütehund. Das heißt aber noch lange nicht, das ein Bordercollie nicht wildert oder ein Dt. Drahthaar  nie ohne Leine im Wald laufen kann. Man könnte sagen, dass Terrier im allgemeinen temperamentvoller sind als Neufundländer. Aber auch hier gibt es extreme Ausnahmen und die Bestätigen ja wie jeder weis die Regel ... 

 
Faul oder Aktiv? Das bspw. ein Erdjagdhund (=Dackel) gerne gräbt  sollte man wissen, wenn man einen japanischen Garten zuhause hat ...
 
 
 

 

Spezielle Rassekrankheiten gibt es fast bei jeder Rasse. Ein Beispiel solcher rassespezifischen Dispositionen ist die Hüftgelenksdysplasie. Ohne es überzubewerten, sollte man darauf achten, das die Elterntiere gesund sind und die Zuchten kontrolliert werden. In den Stammbäumen die man sich ohne weiteres zeigen lassen kann sind diese Sachen vermerkt. 
Ganz so schlimm ist es nicht aber einige Rassen sind schon mit genetischen Problemen behaftet
 
 
Ich will doch gar keinen Rassehund! Ja ja, die Mischlinge die sind ja so gesund und vor allem so lieb und überhaupt hat man noch nie von einem Mischling gehört, der einen Menschen angefallen hat. Tut mit leid diese Illusion muss ich zerstören. Mischlinge sind mit den selben Krankheiten behaftet wie eben die Rassehunde aus denen Sie entstehen (siehe Hüftgelenkdysplasie). Nur kann man meist nicht die Gesundheit der Eltern  überprüfen. Auch der Charakter ist nicht immer gleich sondern eher noch schwieriger vorauszusagen  als man  das bei Rassehunden kann. Wem aber dieses Abenteuer gefällt- nicht zu wissen auf was er sich einlässt- dem sei gesagt das ein Mischling keineswegs ein Hund zweiter Klasse ist sondern eigentlich die häufigste „Rasse“ auf der ganzen Welt.
 
 So ich hoffe ein wenig geholfen zu haben die richtige Rasse Auszuwählen 

 
"Blümchen" mit 8 Wochen


"Blümchen" mit 2 Jahren
Tja das kann passieren, wenn man einen Mischling kauft denn nicht immer ist nachvollziehbar, wer der Vater ist.
 
 
 

 

Nun wäre da noch das Geschlechterproblem Rüde oder Hündin? Generell ist es so, das Rüden meist etwas größer als Hündinnen werden, das heißt auch sie haben etwas mehr Kraft als die Mädels.
 

Hündinnen werden 1-2 mal im Jahr Läufig (Das heißt das in  einer Zeit von ca.4 Wochen die Hündin attraktiv für andere Rüden ist. es beginnt mit einigen Tagen  dann ca. 3 Wochen blutigen Ausfluss, der sich dann für wenig Tage ins wässrig trübe verfärbt (Deckbereitschaft) Danach ist noch eine Woche durchhalten angesagt, weil die Hündin noch riecht und abblutet.) Rüden dagegen markieren gerne ihre Umgebung und sind auch eher zu Rangkämpfen bereit.

Auch wenn Mensch es  manchmal kaum merkt, der "kleine Unterschied" macht sich doch bemerkbar.
 
 
Soll es ein Welpe oder erwachsener Hund sein? Kurz gesagt: Je jünger der Hund desto leichter ist er formbar. Wie die verschiedenen Phasen des Erwachsenwerdens beim Welpen so gibt es auch gute und weniger geeignete Momente einen Hund zu sich zu holen. 8 Wochen ist eigentlich der beste Zeitpunkt einen Welpen zu holen, denn da ist die Bereitschaft f. neue Sozialkontakte sehr hoch. Zwischen 5. u. 6. Monat ist eine Phase in der der Hund sich nur schlecht an neue Dinge anpassen kann.
 
Vorteile beim Erwachsenen Hund sind , das er wenn er aus guter Hand kommt bereits erzogen ist und eigentlich nur noch ein wenig Eingewöhnungszeit braucht. In vielen Fällen sind jedoch erwachsene Hunde mit typischen "Hundeproblemchen" ausgestattet und diese wieder geradezubiegen ist  schwierig. Wichtig ist eben auch hier, genau zu prüfen, wie und wo der Hund gelebt hat. Ein Hund der vielleicht schon mehrfach den Besitzer gewechselt hat, oder evtl. schon längere Zeit in einem Tierheim sitzt, könnte ein Problemhund sein. Es könnte aber auch nur Pech gewesen sein und der Hund zeigt sich als sehr dankbar, wenn er wieder in eine gute Familie kommt.
Zieht ein erwachsener Hund ein bringt er einiges an Eigenschaften mit an die man sich erst gewöhnen muss als Mensch
 
 
 

   

Wie Ihre anderen Haustiere auf den Neuankömmling reagieren könnten sollten Sie auch bedenken. Andere Hunde oder Katzen sind da noch eine relativ harmlose Sache. Schwieriger wird es bei Kaninchen und Mäusen... Wenn die auch noch frei laufen dürfen, müssen Sie ein Auge auf das Kennenlernspielchen werfen, sonst kann das unter umständen tödlich ausgehen. Was aber nicht heißen soll, das ein Hund nicht mit allerlerlei Getier unter einem Dach hausen kann, nur sollte man sich nicht unbedingt einen Jagdhund anschaffen (oder ihm beibringen, dass - wenn überhaupt - draußen gejagt wird).  
Nicht immer verläuft alles harmonisch ab wenn sich unterschiedliche Spezies treffen...
 
 
Haben Sie sich nun für eine Rasse entschieden sollten Sie sich kundig machen, wer sich bei dieser Rasse auskennt. Er soll ihnen helfen Züchter zu finden. Versuchen Sie nicht zu einem bestimmten Termin einen Hund zu erhalten. Suchen Sie sich zuerst einen guten Züchter und erkundigen Sie sich, wann der nächste Wurf kommt. Ein guter Züchter ist nicht derjenige, der jedes Jahr 5 Würfe hat sondern der, bei dem relativ selten Welpen da sind. Außerdem ist es wichtiger, das der Züchter sich mit den Welpen auseinandersetzt als das er  mit seinen Pokalen protzt.
Auch wenn Sie sich jetzt am Kopf kratzen und überlegen ob sie überhaupt einen Hund kaufen sollen sei gesagt "der Hund ist der Beste Freund des Menschen!