Gesundheit – Subklinische Schilddrüsenunterfunktion
 
Subklinische Schilddrüsenunterfunktion/Hypothyreose

Symptome
Eine Hyperthyreose beim Hund ist sehr selten. Früher hat man die Werte vom Mensch auf Hund übertragen und vorausgesetzt das die gleichen Symptome auftreten, meistens ist das auch so. Weniger bekannt ist, dass eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion, also eine Art Vorstufe zur bisher bekannten klinischen Hypothyreose, Verhaltensänderungen beim Tier hervorrufen kann.

Am auffälligsten sind hierbei folgende Symptome:
O Grundlose Aggression gegen Mensch und Tier
O Plötzlich auftretende epileptische Anfälle
O Desorientierung
O Launenhaftigkeit
O Unaufmerksamkeit, periodisch auftretende Hyperaktivität
O Depressionen
O Ängstlichkeit und Phobien
O Plötzliche und extreme Unterwürfigkeit

   

 

Generell scheinen die Krankheitsbilder nach einem Schema zu verlaufen. Anfangs entwickelt sich der Hund normal, jedoch in der Zeit zwischen dem 7. Monat und dem 1. Jahr ändert sich das Verhalten. Der Hund wird schnell nervös, reagiert ängstlich gegenüber Fremden und wird leicht unaufmerksam. Dies kann sich bis hin zu der schon erwähnten Aggression steigern. Im Erwachsenenalter werden diese Hunde dann oft als kaum belastbar und stressanfällig bezeichnet, neigen zur Hyperventilation und scheinen kaum eine ruhige Minute zu haben. Die Tiere, die anstelle der Aggression eher ein ängstliches Auftreten an den Tag legen, können sich soweit in dieses Verhaltensmuster hineinsteigern, dass sie zu sozialen Außenseitern werden. Eine weitere Gruppe wird mit Anbeginn der Pubertät und zunehmendem Alter immer anfälliger für epileptische Anfälle.

Herkunft
Oft weis man nicht was zuerst war. Eine niedrige Stresstoleranz und daraufhin die Unterfunktion der SD oder die Unterfunktion der SD mit daraus Resultierender niedriger Stresstoleranz.
Es gibt Rassen die besonders anfällig für eine Schilddrüsenfehlfunktion in Verbindung mit auffälligem Verhalten zu sein scheinen: Border Collie, Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Akita Inu, Labrador Retriever, Sheltie, Collie und English Setter gehören dabei zu den Topkandidaten

 
   
 

Die Untersuchung, Blutabnahme

Zeitpunkt: Nüchtern , ca. 12-16 Wochen nach Beginn der letzten Läufigkeit, frühestens 4 Wochen nach einer Impfung.
Parameter: Die erste Untersuchung der Schilddrüse umfasst die folgenden Werte: T4: gesamt und freies, T3: gesamt und freies, TSH, Cholesterin, Selen, Zink, Jod

Die Ergebnisse aus Verhaltenstherapeutischer Sichtweise
Subklinische Schilddrüsenunterfunktion ( nach Dr. Jean Dodds)
Auch wenn die Werte noch in der Norm des Labors sind, aber nahe im unteren Drittel liegen, sollte genau in Augenschein genommen werden wie das Verhalten des Hundes ist. Da dies den Beginn einer Störung der Schilddrüse andeuten kann und Auswirkungen auf das Verhalten des Tieres zeigen kann.

   

 

Therapievorschlag Dosis: 20ug / kg ( 2 mal pro Tag) Initial substituieren dann nach 6 Wochen Blutwerte kontrollieren wenn ausreichende Erhöhung ( T4 ca 3 ) dann evtl 15ug ( 2 mal pro Tag) reduzieren.

Homöopathie
Ganzheitliche Praktiker mögen sich dazu entscheiden, die subklinische Schilddrüsenerkrankung mit natürlichen Drüsenprodukten zu behandeln und/oder die Schilddrüsenfunktion mit Nahrungs- oder Heilkräuterunterstützung anzukurbeln. Auch hier sind regelmäßig die Blutwerte zu kontrollieren.

Ergänzende Methoden
Ausgeglichenheit des diätischen Spuren- mineralien-, Vitamin- und Fettsäuren-Bedarfs; und die Fütterung einer allergen- armen Diät zusammen mit einer verdauungsfördernden Unterstützung

Prognose
Die meisten Tiere zeigen innerhalb weniger Wochen Änderungen in ihrem Verhalten, die bisher gezeigten Probleme verringern sich. In einigen Fällen ist auch eine einstweilige Verschlimmerung der Symptome bekannt, bevor eine Besserung eintritt. Es wäre jedoch leichtsinnig zu glauben, dass die reine Hormonzugabe sämtliche Probleme lösen kann. Man darf nie vergessen, wie schnell sich ein Verhalten bei Hunden etablieren kann.