| Gesundheit die Geburt | ||||||
| Dieser Artikel schildert den normalen Ablauf einer Hundegeburt und mögliche auftretende Schwierigkeiten. Er geht auf zwingende Gründe ein, die den Züchter veranlassen sollten, schnellstens einen Tierarzt aufzusuchen. Tipps für ein sinnvolles Eingreifen während der Geburt und Hinweise zur Medikation für Tierärzte komplettieren den Artikel. | |
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Vorbereitungen Zwei Wochen vor der Geburt sollte die Hündin mit ihrer Wurfkiste
vertraut gemacht werden. Wenn sie die Kiste nicht akzeptiert sollten Sie
ihrAusweichmöglichkeiten gewähren, denn so kurz vor der Geburt
sollte man keinen Stress mehr auf die Hündin ausüben. |
![]() Das Akzeptieren der Wurfbox ist wichtig |
![]() Das Bäuchlein wächst und macht die Hündin Träge |
Typischen Anzeichen einer direkt bevorstehenden Geburt. Die Hündin gräbt wie ein in allen Hundekörben,auf Decken,
auf dem Teppich, sogar auf blankem Fußboden. Sie wandert ständig
umher, ist mit nichts zufrieden, geht ständig in den Garten um
sich zu entleeren, hechelt vor sich hin und fühlt sich sichtlich
unwohl. Wenige Tage (1-3) vor der Geburt ist die Lendengegend
eingefallen, die Hüftknochen werden erkennbar, der Bauch gleicht
einem Kartoffelsack da er sich nach "unten" hin noch stärker
rundet. Das ist weil sich die Früchte absetzen, dabei geben die
Bänder der Gebärmutter nach. Die Welpen werden auf
die Geburt vorbereitet und in Position gebracht (Absinken der Früchte) |
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Die Temperatur Die Normaltemperatur einer Hündin liegt im Schnitt
bei ungefähr 38,5 Grad. Vor der Geburt sinkt die Temperatur aber
sehr deutlich ab bis unter 37 Grad. Wenn die Temperatur erst einmal auf
diesem Punkt ist, kann man mit der Geburt innerhalb der nächsten
24 Stunden rechnen.
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![]() Tage vor der Geburt kann die Hündin unruhig werden |
![]() Erste Stellwehen, die Hündin drückt sich gegen die Körbchenrückwand |
1. Öffnungsphase Es entwickeln sich Uteruskontraktionen (Stellwehen), die synchroner und intensiver werden und der Gebärmutterhals (Zervix uteri) weitet sich. Äußere Zeichen hierfür sind Hecheln, Unruhe, intensives Nestbauverhalten innerhalb von 6 bis 18 Stunden nach dem Temperaturabfall. Bei Erstlingshündinnen dauert die Öffnungsphase nicht selten bis zu 36 Stunden
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2. Austreibungsphase: |
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Warten auf den Nächsten Im Durchschnitt wird alle ½ bis 1 Stunde ein Welpe geboren, wobei auch mehrere Welpen kurz hintereinander ausgetrieben werden können und danach eine längere Pause (1-2 Stunden bis zu 4 Stunden in Einzelfällen) bis zum nächsten Welpen entstehen kann. In 40 % der Fälle wird der Welpe in Hinterendlage geboren. Sowohl in Vorderendlage als auch in Hinterendlage soll die Wirbelsäule der Welpen nach dorsal ( oben), also zum Kreuzbein der Hündin gerichtet sein. Die Austreibungsphase dauert normalerweise bis zu sechs Stunden, kann sich aber bis zu 24 Stunden ohne offensichtliche Komplikationen verzögern. |
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3. Nachgeburtsphase |
![]() Die Hündin beisst die Nabelschnur durch und Leckt die Welpen Trocken |
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![]() Der Schutz vor zu starkem Pflegeverhalten hat sich bewährt die Hündin lässt ab. |
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Das Ende der Geburt Es gibt keine sicheren Hinweise dafür, dass tatsächlich alle Welpen geboren sind. Bleibt die Hündin jedoch nach der Geburt des letzten Welpen über 2 Stunden lang völlig entspannt liegen und lässt die bereits geborenen Welpen saugen, ohne weitere Wehentätigkeit zu entwickeln, kann davon ausgegangen werden, dass die Geburt abgeschlossen ist. In Zweifelsfällen kann es sinnvoll sein, über eine Röntgen- und/oder Ultraschalluntersuchung sicher zu gehen, dass keine weiteren Früchte oder Nachgeburten mehr in der Gebärmutter liegen. Uterusinvolution" Rückbildung der Gebärmutter Nach der Geburt führt ein Lochialfluß zur vollständigen Entleerung der Gebärmutter. Dieser kann nach ein bis zwei Tagen beendet sein, aber auch bis zu drei Wochen anhalten. Die Umbau- und Reparaturvorgänge an der Gebärmutter selbst dauern drei bis vier Monate. |
![]() Mutter und Kinder erscvhöpft aber wohlauf |
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Gründe, eine Hündin vor
oder in der Geburt tierärztlich zu untersuchen
1. Der Geburtstermin ist erreicht ohne Temperaturabfall oder Beginn der Geburt. 2. Kein Zeichen der Öffnungsphase innerhalb 12 18 (-36) Stunden nach einem Temperaturabfall. 3. Die Hündin beginnt nicht mit der Austreibungsphase 6-8 Stunden nach der Öffnungsphase beziehungsweise den Stellwehen. 4. Die Hündin hat über 20 Minuten stark gepresst oder zeigt intermittierende Bauchpresse über 1 Stunde lang, ohne eine Frucht geboren zu haben, oder es treten nur Nachgeburtsteile hervor. 5. Es sind mehr als 1 bis 2 Stunden seit dem letzten Welpen vergangen ohne dass weitere Zeichen für aktive Wehen vorliegen. 6. Grüner Ausfluss vor der Geburt des ersten Welpen |
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| Schnell zum TIerarzt, was will er wissen: | |
| 1. Letzte Futter- und
Getränkeaufnahme? Nicht alle Hündinnen fressen vor der Geburt wenig. Dies ist vor allem für die Narkose wichtig. 2. Hat die Hündin erbrochen? 3. Hat die Hündin Kot und Harn abgesetzt? 4. Wurde bereits ein Medikamente eingesetzt oder die Scheide (vaginal) untersucht? 5. Wurde Ausfluss aus der Scheide beobachtet
und wenn ja, wieviel und wie sah er aus? |
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| Für Tierärzte oder solche die es werden wollen: | |
| Wenn der Kalziumgehalt im Serum bestimmt werden
kann, sollte dies getan werden. Eine Hypokalzämie liegt bei einem Wert
von unter 7 mg/dl vor. Marginale Erniedrigung von Kalzium kann zu uneffektiven
Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur beitragen.
Starke Atmung kann zur respiratorischen Alkalose führen und diese Alkalose senkt das biologisch wichtige ionisierte Kalzium. Serumkalziumwerte zwischen 7 und 9,8 mg/dl rechtfertigen bereits die Supplementierung (Ergänzung). Kalzium-Substitution und intravenöse Infusionen Eine Kalzium-Substitution ist sinnvoll, wenn der Serumspiegel unter 9 mg/dl liegt. Es kann eine Menge von 5-10 ml 10%-ige Kalziumgluconatlösung bei Hündinnen mit einem Körpergewicht zwischen 5-10 kg verabreicht werden. Größere Hündinnen erhalten bis zu 25 ml. Die Injektion wird langsam intravenös oder verdünnt im Dauertropf verabreicht. Die Infusion soll durch Abhören oder besser noch durch einen EKG-Monitor überwacht werden. Es ist auch möglich, das Kalziumgluconat verdünnt unter die Haut zu verabreichen. Vorher sollte auf jeden Fall eine Blutprobe entnommen werden, damit im Zweifelsfall auch später noch der Status vor der Geburt ermittelt werden kann. Nicht in jedem Fall einer Wehenschwäche ist eine Dauertropfinfusion sinnvoll. Eine Dehydratation soll aber immer korrigiert werden. Diese kann mit 0,9%iger NaCl-Lösung, Ringer-Lactat oder Dextrose-Lösung (D5W, .45% NaCl + 2,5% dextrose) ausgeglichen werden. Ein zu niedriger Blutzucker wird mit 5 10%iger Glukoselösung ausgeglichen. Andere unterstützende Maßnahmen Während der Öffnungsphase soll die Hündin die Möglichkeit haben sich im Freien zu entleeren. In der Austreibungsphase kann zwischen der Entwicklung einzelner Welpen Wasser und etwas kalorienreiche Nahrung, z.B. NutricalÒ oder CalopetÒ, angeboten werden.
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Wichtige Handgriffe während
der Geburt
1) Wenn ein Welpe in den Fruchthüllen geboren wird, werden diese möglichst schnell über der Nase des Welpen aufgerissen und über den Kopf geschoben, um eine freie Atmung zu gewährleisten. 2) Häufig ist anfangs die Nase des Welpen voller Fruchtwasser. Dieses kann durch Ausschleudern" aus der Nase hervorgetrieben werden. Schonender ist es, das Fruchtwasser mittels einer Spritze und aufgesetzter dünner Spitze vorsichtig abzusaugen. 3) Die Hündin nabelt den Welpen normalerweise selbst ab. Er reißt an der dafür vorgesehenen Stelle etwa 1 cm vom Bauch entfernt ab. Bleibt ein deutlich längeres Stück übrig oder kommt es zu Blutungen aus dem Nabel, kann dieser mit einem dünnen, sauberen Bindfaden abgebunden werden. 4) Ist der Nabel aus irgend einem Grund stark verschmutzt oder sehr kurz abgerissen, sollte der Welpe möglichst bald (innerhalb von 12 bis 18 Stunden) beim Tierarzt vorgestellt werden, da Nabelinfektionen lebensbedrohend sind. |
| Zu guter Letzt: Keine Hündin reagiert wie eine andere, und selbst von Wurf zu Wurf ist das Verhalten "vorher" nicht identisch. Die tollsten Tipps von Experten nutzen nichts wenn man sich darauf versteift und eine lehrbuchmäßige Geburt erwartet. Entscheiden Sie vernünftig wenn Komplikationen auftreten und stellen sie die Hünding dem Tierarzt vor, das Leben der Welpen und Ihrer Hündin hängt davon ab. Haben Sie Zweifel daran, mit Blut, Fruchtwasser, glitschigen Welpen und Nabelschnüren überhaupt umgehen zu können lassen Sie sich von einer erfahrenen Person helfen. |
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Wurfkiste |
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